Verband der Privaten Krankenversicherung

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Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung



Gut-Drauf-Netzwerk EitorfGut-Drauf-Netzwerk Eitorf


Was passiert, wenn eine ganze Gemeinde „gut-drauf“ ist? Dann haben sich Einrichtungen und professionelle Ansprechpersonen einer Kommune wie in Eitorf darauf geeinigt, gesundheitsfördernde Bedingungen für Jugendliche gemeinsam „aus einer Hand“ anzubieten. Statt Einzelengagement herrscht Gemeinschaftssinn. Wenn Jugendliche in Eitorf in der Schule sind, sich in der offenen Jugendhilfe treffen oder zum Sport gehen, treffen sie auf immer gleiche Botschaften und Haltungen bei Fach- und Lehrpersonen. Diese beziehen sich alle auf die gleichen Themenschwerpunkte der bundesweiten Jugendaktion, an die sich auch das Netzwerk in Eitorf angeschlossen hat. Zu den Aktionsschwerpunkten gehören Ernährung, Bewegung und Stressregulation. Alkoholprävention nimmt dabei einen zentralen Stellenwert ein und durchzieht alle drei Themen. Und immer geht es dabei um Wohlfühlen, Spaß haben, Grenzen und Risiken einschätzen lernen, einen eigenen Standpunkt entwickeln, auch im Umgang mit Alkohol. Kinder und Jugendliche treffen in der Gut-Drauf-Gemeinde in unterschiedlichen Lebensbereichen ihres Alltags auf Strukturen und persönliche Vorbilder, die es ihnen leichter machen, einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu finden.

Abgestimmte Alkoholprävention aus "einer Hand"

Im Gut-Drauf-Netzwerk von Eitorf sind inzwischen alle weiterführenden Schulen vor Ort, Institutionen der offenen Jugendarbeit und auch die Hälfte aller Sportvereine mit dabei. Auch weitere wichtige Institutionen wie der Gemeindesportbund, das Rote Kreuz oder der Förderverein Jugend machen mit. Mit knapp 30 Gut-Drauf-geschulten Fachkräften dieser Einrichtungen verfügt das Netzwerk über viele Mitwirkende, die in engem Austausch und Kontakt stehen und alle direkte Ansprechpersonen von Jugendlichen sind, deren Lebenswelten kennen und ein offenes Ohr für ihre Fragen und Anliegen haben. Wie drückt sich das konkret im Alltag der Bürgerinnen und Bürger, der Fachkräfte und im Leben der Jugendlichen selber aus? Am Beispiel Karneval ist nachvollziehbar, was Alkoholprävention aus „einer Hand“ konkret bedeuten kann. Im Rahmen des Fest- und Sicherheitskonzeptes der Gemeindeverwaltung arbeiten Gut-Drauf-Fachkräfte eng mit Polizei, Jugendamt, Ordnungsamt, Feuerwehr und Rotem Kreuz zusammen. Die Einrichtungen stimmen untereinander ihre Angebote und Maßnahmen ab. Gemeinsam bieten sie spannende Alternativen einer jugendgerechten und alkoholfreien Feierkultur. Notwendige Kontrollmaßnahmen und Ordnungsregeln sind in einem umfassenden Gesamtkonzept integriert. Die Gut-Drauf-Tanke, eine ansprechende „Chill Out Station“ im Zentrum des Karnevalsgeschehens, bietet alkoholfreie Getränke, gesunde Gemüse- und Obstsnacks an. Über den Street-Worker, Jürgen Meyer, der immer ein offenes Ohr für Jugendliche hat, erhält die Jugendaktion auch während des Karnevals ein Gesicht.

Wenn Vertrauen hergestellt ist, kommen Botschaften an!

Die Gut-Drauf-Tanke wird intensiv von Jugendlichen genutzt. Nicht nur an Karneval kommen sie gern zur Tanke als Ort zum Ausruhen, Essen, Erholen. Sie nutzen ihn auch als Schutzraum, manchmal sogar zur Notversorgung und Krisenintervention. Hin und wieder kommt es vor, dass Jugendliche ihren Alkohol mit Bemerkungen wie: „… pass‘ mal drauf auf, ich kann nicht mehr!“ dort freiwillig abgeben. Manchmal suchen betrunkene Jugendliche gezielt Hilfe und lassen sich notversorgen. Spontan-Statements wie „Gut, dass die Tanke da ist!“ bestätigen, dass das Angebot gut platziert ist. Auf dieser Vertrauensbasis kann der Street-Worker unaufdringlich und wirkungsvoll subtile Appelle hinsichtlich eines maßvollen Umgangs mit Alkohol an die Jugendlichen weitergeben, wenn sie auf die nahe gelegene Partymeile zurückkehren. Doch nicht nur aufsuchende Arbeit prägt den Ansatz von Gut-Drauf. Die Alkoholprävention von Eitorf setzt parallel auf den Aufbau vielfältiger Erfahrungsräume mit attraktiven Angeboten. Dazu gehören Streetsoccer-Turniere, Dance-Contests, Jecken-Discos, Rock against anything und Beachvolleyball-Turniere. Diese attraktiven Alternativangebote bilden das glaubhafte Pendant zu einer alkohollastigen Feier- und Freizeitkultur. In ungezwungener Atmosphäre entsteht Kontakt zu Jugendlichen, in der über Alternativen zum Alkohol diskutiert wird und Vorbilder zeigen, dass Feiern und Spaß haben ohne Alkoholkonsum besser gelingt.

Wohlfühlen, Körperbewusstsein, Spaß haben!

Die breit angelegte Alkoholprävention geht im umfassenden Ansatz der Gut-Drauf Jugendaktion auf. Dabei spielt vor allem die Entwicklung einer gesunden Körperwahrnehmung eine entscheidende Rolle. Sport, ausgewogene Ernährung und positive Stressregulation erzeugen ein angenehmes Körpergefühl. Die bewusste Wahrnehmung „Was schadet mir, was tut mir gut?“ stellt eine elementare Voraussetzung dar, damit Jugendliche Alkoholkonsum mit seinen Begleiterscheinungen eher als Nachteil empfinden. Eine eng am Lebensalltag von Jugendlichen orientierte Auseinandersetzung über Folgen übermäßigen Alkoholkonsums zeigt eindringlich, dass gewohnte Leistungsfähigkeit und körperliches Wohlgefühl unter Alkoholeinfluss abnehmen. Der innovative Ansatz besteht im Ineinandergreifen struktureller Angebote und authentischer Auseinandersetzung mit Jugendlichen. Jungen und Mädchen kommen in ihren Lebensbereichen fortlaufend mit gesundheitsförderlichen Ansätzen in Berührung. So werden die Grundgedanken von Gesundheitsorientierung und Wohlfühlen verinnerlicht. Neue Verhaltensmuster werden immer selbstverständlicher. Zugleich stehen ausreichende Freizeitangebote zur Verfügung, in denen dieser Ansatz gelebt werden kann. Durch Vernetzung und regelmäßigen Austausch zwischen Netzwerkpartnern und weiteren Akteuren sind nicht nur ein kontinuierlicher Wirksamkeitsdialog, sondern auch die Entwicklung eines jugend- und entwicklungsgerechten Sozialraums inzwischen längst keine Utopien mehr.

Nachgefragt

Bei dem Gut drauf Netzwerk in Eitorf kam Vieles zusammen. Die eigene Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wurde in den letzten Monaten intensiviert und auf neue Medien ausgedehnt, was direkte Erfolge zeigte. Auch die Auszeichnung beim Bundeswettbewerb Alkoholprävention stieß auf große öffentliche Resonanz und trug zu einer noch breiteren Basis und Aufmerksamkeit für die populäre Jugendaktion in der Stadt Eitorf bei. Wie diese neuen Erfolge nun im Einzelnen "verbucht" und welchen Ursachen sie zugeordnet werden können, ist nachträglich schwer herauszufinden. Aber noch mehr als diese Fragen interessieren die Akteure des Gut drauf Netzwerkes sowieso die spürbaren Auswirkungen, die den Jugendlichen zugute kommen und das Netzwerk immer weiter anwachsen lassen. Eine Sekundarschule und ein Sportverein stehen bereits als neue Partner in den Startlöchern, ein neues Gut drauf Event ist in Planung, die alkoholfreie Cocktailbar wurde noch besser ausgestattet und so geht es immer weiter, um in Eitorf Alkoholprävention wirklich aus einer Hand anzubieten und täglich zu leben. So wird der kommunale Ansatz mit viel bürgerschaftlichem Engagement mal in kleinen, mal in großen Schritten und vor allem nachhaltig ausgebaut. Dafür ist Rückenwind, wie die Ehrung in Berlin, natürlich immer sehr nützlich.

Projektträger

Gut-Drauf-Netzwerk Eitorf
unter Koordination des Fördervereins Jugend Eitorf

Ansprechpersonen

Hannah Deitenbach
Vorsitzende Förderverein Jugend
Kelterserstr. 67
53783 Eitorf
E-Mail: info@foerderverein-jugend.de

Marco Holländer
Projektreferent
Ruppichterotherstr. 54
53783 Eitorf
E-Mail: Marco-Hollaender@hotmail.de


Porträt: Gut-Drauf-Netzwerk Eitorf – Förderverein Jugend Eitorf

PDF-Dokument, 3 Seiten

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Die 5 Phasen des Wettbewerbs

  1. Projekte einreichen
    15.05.2012 bis 24.08.2012
  2. Bewertung durch die Jury25.08.2012 bis 10.12.2012
  3. Bekanntgabe der Nominiertenab 11.12.2012
  4. Preisverleihung20.02.2013
  5. DokumentationEnde Februar 2013