Verband der Privaten Krankenversicherung

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Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung



HaLT Alkohol NotfallHaLT Alkohol Notfall


Handy-App mit Spiel, Info und Notfallplan rund um Alkohol

„Es ist ein Notfall und Alkohol war im Spiel? Du weißt nicht, was zu tun ist? Diese Handy-App hilft Dir, das Risiko Alkohol einzuschätzen. Sie bietet Hilfe, damit Du weißt, was zu tun ist. Ein Lexikon gibt Informationen, wo und wann immer du sie abrufen willst. Und im Spiel erlebst Du so manche Situationen, in denen Alkohol eine Rolle spielt. Überlege also, was Du tust und sammele Punkte.“ Mit diesen Versprechen an Jugendliche ging die erste Präventionsapp für Smartphones auf einer Android Plattform im Juli 2012 kosten- und konkurrenzlos an den Start. Seitdem wurde sie schon über 1.000mal heruntergeladen. Die Idee von verschiedenen Fachpersonen und Einrichtungen, die Alkoholprävention über ein jugendgerechtes Medium vermitteln wollten, ging voll auf und die erste Präventionsapp befindet sich auf dem virtuellen Weg zu immer mehr Jugendlichen.

Präventionsbotschaften und Wissen sind wichtig – der richtige Zugang auch!

Seit die Häufigkeit alkoholbedingter Einlieferungen in Krankenhäusern auffällig zunahm, ist exzessiver Alkoholkonsum von Jugendlichen vehement in die öffentliche Wahrnehmung gerückt. Die Jugendlichen selber, besorgte Eltern, Klinikpersonal, Rettungshelfer und Polizei suchten nach wirksamen Strategien, damit feiernde Jugendliche nicht als riskante Notfälle in Ambulanzen landen, sondern nach dem Feiern allenfalls müde heimkehren. Viele wissen nicht einmal, wann ein Notfall vorliegt, geschweige denn, was dann zu tun ist. Es fehlen grundlegende Informationen über Risiken des Alkoholkonsums, Auswirkungen und Gefahren werden unterschätzt. Freundinnen und Freunde von Jugendlichen, die wegen Alkoholintoxikation behandelt wurden, ergriffen häufig falsche Erste-Hilfe-Maßnahmen. Dass gehandelt werden muss, war allen klar. Aber was wirkt wirklich? Wie und wo setzt man an, bevor es zu spät ist und was sorgt dafür, dass sich Feier- und Konsumverhalten ändern? Dass Warnungen, Verbote und Schreckenszenarien allein nicht weiterhelfen, ist in der Alkoholprävention nichts Neues. Interesse muss geweckt und Offenheit erzeugt werden. Botschaften müssen klar sein, Wissen zur Verfügung stehen und Vorteile einer Verhaltensänderung erkannt werden. Doch wie kommen Botschaften und Handlungswissen bei Jugendlichen an, so dass sie diese annehmen, bevor der Notfall eintritt? Ganz klar: Mit einer App, die informiert, spielerisch den Ernstfall abbildet, „nebenbei“ über Risiken des Alkoholkonsums aufklärt und ein beliebtes und populäres Jugendmedium ist.

Spiel, Spaß, Spannung und mehr Wissen!

Den Notfallablauf bei einer Alkoholvergiftung durchspielen können, ohne dass der Rettungswagen schon vor der Tür steht – dies ist ein ganz besonderer Vorteil der App zur Alkoholprävention. Doch dabei geht es um mehr als man auf ersten Blick annehmen kann, denn nicht nur der Notfall ist entscheidend, vor allem die Zeit davor ist für Alkoholprävention wertvoll und nutzbar. Denn Jugendliche erfahren sehr konkret, welche Gefahren und Risiken übermäßiger Alkoholkonsum mit sich bringt. Den konkreten Alkoholnotfall vor Augen werden sie über körperliche und seelische Auswirkungen aufgeklärt. Sie erfahren, was ein Alkoholnotfall ist, was im Ernstfall zu lassen oder zu tun ist. So lernen Jugendliche spielerisch und vor ernsthaftem Hintergrund Erste-Hilfe-Maßnahmen und Gefahren übermäßigen Trinkens kennen. Diese Botschaften sind eindringlich, ohne dass ein „warnender Zeigefinger“ bemüht werden muss oder abschreckende Botschaften Distanz und Ablehnung schaffen. Dies schafft Offenheit für mehr. Ein Lexikon, abgekoppelt vom Notfall, informiert rund um Alkohol und Prävention. Auch eine Spieldynamik ist angelegt: Hier geht es darum, in verschiedenen Spielsituationen wie Party, Park oder Rummel Alkohol abzulehnen oder eben nicht. Es bietet nebenbei „schlagfertige Sprüche“, die beim Ablehnen alkoholischer Getränken gut ankommen. Durch ein jugendgerechtes Medium werden Wissen und Botschaften der App im Alltag und in der Erinnerung von Jugendlichen nachhaltig verankert. Die erste Präventionsapp hat ihren Weg zu Jugendlichen gefunden. Sie ist nun ein wichtiger Baustein im HaLT Netzwerk und so erreichen wichtige Präventionsbotschaften viele Jugendliche bevor es zu spät ist.

Nachgefragt

Mit der Preisverleihung und hohen Medienresonanz reagierten vor allem Nutzerinnen und Nutzer auf die prämierte und inzwischen recht populäre gewordene App. In kurzer Zeit stiegen die Downloads von 900 auf über 3.500 Downloads an. Die HaLT Notfall App, in der Presse als "App gegen Komasaufen" stilisiert, verließ schnell die Grenzen von Herzberg. Sogar in Neuseeland interessierte man sich für das neue digitale Präventionsangebot, was das Projektteam amüsierte. Mit der hohen Nutzung, auch durch besonders computeraffine Zielgruppen kam die App noch einmal auf einen ganz anderen Prüfstand und unter besonders kritische Blicke von spielgewohnten Anwenderinnen und Anwendern. Die Präventionsfachleute und Programmierer reagierten mit Offenheit und Neugier auf diese direkten Rückmeldungen aus dem Netz. In Kooperation mit Hochschule und Webdesignern wird die Bedienungsfreundlichkeit nun weiter erhöht, Grafiken werden gefälliger und Module ausgebaut. Das HaLT Projektteam schätzt die Schnittstellen-Arbeit zwischen Alkoholprävention und digitalen Anbietern, auch wenn die Verständigung zwischen diesen beiden Welten eine große Herausforderung ist und auch Schwierigkeiten aufwirft. Wenn Alkoholprävention neue Wege geht, gehören "Kulturgräben" am Anfang eben dazu.

Projektträger

HaLT Projekt im Landkreis Osterode am Harz

Ansprechperson

Sabine Kowalewski
Fachstelle für Sucht und Suchtprävention Herzberg
HaLT Projekt Koordination
Juesseestr. 17
37412 Herzberg am Harz
E-Mail: praevention@suchtberatung-herzberg.de

Stefan Buchwald
Stadtjugendpflege Bad Lauterberg
Ritscherstraße 6-8
37431 Bad Lauterberg
E-Mail: buchwald@stadt-badlauterberg.de


Porträt: HaLT Handy App Spiel - Diakonische Werke Herzberg und Osterode

PDF-Dokument, 3 Seiten

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Weiterführende Inhalte

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Die 5 Phasen des Wettbewerbs

  1. Projekte einreichen
    15.05.2012 bis 24.08.2012
  2. Bewertung durch die Jury25.08.2012 bis 10.12.2012
  3. Bekanntgabe der Nominiertenab 11.12.2012
  4. Preisverleihung20.02.2013
  5. DokumentationEnde Februar 2013