Verband der Privaten Krankenversicherung

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JiMs BarJiMs Bar


Die alkoholfreie Cocktailbar

Kann Alkoholprävention wirklich so einfach sein? Ist das Anbieten alkoholfreier Softgetränke in der Alkoholprävention nicht ein "alter Hut"? Was ist daran denn neu? Tatsächlich zeigt JiMs Bar eindrucksvoll, dass Alkoholprävention nicht immer neu erfunden werden muss und Bewährtes bleiben kann. Damit bewährte Ansätze aber auch heute noch greifen, muss Sinn fürs Detail vorhanden sein, alle Elemente des Angebotes höchste Professionalität zeigen und man darf auch nicht davor zurückschrecken, sich an heutigen Freizeitangeboten messen zu lassen. All das hat JiMs Bar unter Beweis gestellt und der Erfolg gibt diesem Ansatz recht. Der Slogan "JiMs Bar – da, wo was los ist!" positioniert Alkoholprävention attraktiv, alternativ und jugendgerecht. Wer sich an JiMs Bar aufhält und dort einen exotischen Cocktail genießt, muss keine Imageverluste in seiner Peer-Group befürchten. Hier kann man sich mit Freundinnen und Freunden gut sehen lassen, tolle Musik hören, sich in Szene setzen, miteinander Spaß haben und gegen den Durst gibt es leckere, spannende Cocktails, die neben dem Geschmack auch ein Augenschmaus sind.

Alkoholfrei und attraktiv – JiMs Bar schließt die Bedarfslücke!

Im Kreis Pinneberg wurde immer häufiger beobachtet, dass auf Veranstaltungen wie Stadt-, Scheunen- und Schützenfesten Jugendliche und junge Erwachsene alkoholische Getränke riskant und missbräuchlich konsumieren. Öffentliche Veranstaltungen wurden immer mehr zu beliebten Treffpunkten von Minderjährigen, um gemeinsam zu feiern und viel zu viel zu trinken. Dies führte zu hohen gesundheitlichen Gefährdungen von Jugendlichen. In lokalen Presseartikeln und bei Jugendschutzkontrollen stand das Thema exzessiver Alkoholkonsum von Jugendlichen im Mittelpunkt und wurde immer mehr zum Schwerpunkt in unterschiedlichen Arbeitsfeldern von Fachkräften aus Suchtprävention, Jugendschutz und Jugendarbeit. Die Vorkommnisse des steigenden unkontrollierten Alkoholkonsums einerseits und andererseits der offensichtliche Wunsch Jugendlicher, bei Feieranlässen mit dabei zu sein, nahm der Kreisjugendschutz Pinneberg – zusammen mit der kreisweit tätigen Arbeitsgemeinschaft JiM – zum Anlass, Ideen zu entwickeln, wie dem Alkoholkonsum Jugendlicher wirksam begegnet werden kann. So reifte neben kommunalen Jugendschutzaktionen "Meine Stadt/meine Gemeinde macht mit – kein Alkohol an Jugendliche und Kinder" die Idee zu JiMs Bar. JiM steht für Jugendschutz im Mittelpunkt.

Für die Initiatoren von JiMs Bar stand fest, dass es nicht sein kann, einerseits die Anzahl von Bierwagen und Weinständen genau auf zu erwartende Gäste zu berechnen, diese dann attraktiv zu positionieren und auf der anderen Seite alkoholfreie Getränke nur in Form von Selters, Cola und Fanta stiefmütterlich auszugeben. So gut wie nie traf man auf alkoholfreie Getränke als echte alkoholfreie Alternativen, die erlebnisgastronomisch überzeugen. Doch jugendliche Gäste, die alkoholfrei mitfeiern möchten, haben auch Anspruch auf ein fröhliches Ambiente mit Musik, Bar, Stehtischen, gut gelauntes Personal und einer typischen Atmosphäre, wie sie an Bierwagen und Weinständen anzutreffen ist. Das blieb ihnen bisher verwehrt bis JiMs Bar diese Bedarfslücke schloss. Denn die neue Bar vermittelt genau dieses Partyambiente. Statt schlicht alkoholfreier Getränke aus dem Automaten oder Nebenbei-Verkauf an Bierwagen und Weinständen, steht nun ein professionell umgerüsteter Schankwagen als Outdoor- und eine weitere professionelle Bar als Indoorversion zur Verfügung. Hinter der Bar oder im Schankwagen stehen ausgebildete JiMs Barkeeperinnen und Barkeeper mit guter Laune und stellen individuelle alkoholfreie Cocktails – vor den Augen der Gäste – her.

Alkoholfrei bedeutet nicht nur Selters oder Milch!

JiMs Bar positioniert als Peer-to-Peer-Projekt ein attraktives alkoholfreies Angebot von jungen Menschen für junge Menschen und befindet sich im Zentrum von Veranstaltungen. Die inzwischen beliebten Bars werden zu einem geringen Entgelt ausgeliehen. Die Atmosphäre, mit Freunden und einem coolen alkoholfreien Cocktail in der Hand, angelehnt am Bistrotisch, charakterisieren Jugendliche als gemütlich, chillig und cool. Jugendliche Gäste, die sonst mangels Alternative eher zum Alkohol greifen, fühlen sich an der JiMs Bar ausgesprochen wohl. Der erste Schritt dieser Jugendlichen zu JiMs Bar geht meistens von ihren Freunden aus, die sie einfach "mitschleifen" und die sich dann an der Bar schnell von dem spritzigen Angebot überzeugen lassen. Neben der Getränkealternative steht im Sinne der Alkoholprävention die Sensibilisierung junger Menschen im Umgang mit Alkohol im Vordergrund. Die Peers als Barkeeper und Barkeeperinnen vermitteln die Botschaften: Du kannst super Stimmung auch ohne Alkohol haben, alkoholfreie Cocktails schmecken lecker, sehen cool aus und haben Stil. Auch am Ende der Veranstaltung bist du noch gut drauf und fit, denn ein Filmriss – nein danke!

Im Rahmen der flankierenden Jugendschutzbegleitungen entstehen Gespräche zwischen Veranstaltern, Kinder- und Jugendbeiräten, Trägern der Jugendhilfe und jugendlichen Gästen, die bestätigen, dass das Angebot von alkoholischen Getränken bei den Veranstaltungen immer ein wichtiges Thema war. Dass Gäste mit muslemischen Migrationshintergrund und religionsbedingter Alkoholabstinenz nun auch die Möglichkeit haben, ohne Alkoholkonsum mitten im Festgeschehen zu sein, ist ein ungeplanter, aber willkommener Integrationseffekt des Projektes.

Coole Alternative, leckere Cocktails in stilvollem Ambiente

Damit JiMs Bar ein ansprechendes Angebot, mit gemütlichem Ambiente und stilvoller Atmosphäre auf Veranstaltungen ist, musste in gastronomische Professionalität investiert werden. Deshalb werden bei der Schulung die angehenden Barkeeperinnen und Barkeeper von Profis der Deutschen Barkeeper-Union (DBU) ausgebildet und in den Themenfeldern Hygiene und Kundenservice von einer Fachlehrkraft der Systemgastronomie geschult. Anders als im gewerblichen Einsatz werden auch Inhalte der Sucht- und Alkoholprävention vermittelt. Nur diejenigen, die diese Ausbildung absolviert und ein entsprechendes Zertifikat erhalten haben, dürfen in JiMs Bar Cocktails mixen und anbieten. Mit ihren roten Polo- Shirts mit dem Schriftzug von JiMs Bar und einer schwarzen langen Serviceschürze können die Peers mit kommerzieller Konkurrenz gut mithalten, das Ganze gibt richtig was her. Und diese Liebe fürs Detail zahlt sich aus. In Gesprächen mit Jugendlichen und im Rahmen einer Evaluation fallen überwiegend folgende Argumente: "JiMs Bar ist eine coole Alternative", "leckere Cocktails mit guter Auswahl in sahnig, fruchtig und erfrischend mit toller Atmosphäre". Die Bar-Crew – ebenfalls eine Gruppe junger Menschen – motiviert zum Genießen der alkoholfreien Cocktails. Sie tabuisieren den Alkohol nicht, sondern zeigen einfach, wie Feiern ohne Alkohol geht.

Im Vorfeld findet in verschiedensten Lebensbereichen junger Menschen Werbung für das Projekt statt. Sei es in Schulen, Vereinen, offenen Freizeitangeboten oder im Kino. Die Kontaktaufnahme zu Peers erfolgt im Rahmen von Projekttagen an Schulen und in Ausbildungsbetrieben, während des Einsatzes von JiMs Bar oder bei Vereinsveranstaltungen. Jugendliche, die sich ausbilden lassen wollen, werden an den Kreisjugendring vermittelt. Die Ausbildung ist zugleich für die Verlängerung der Jugendleiter/in-Card anerkannt. Bei einigen Jugendleiter/innen-Grundkursen avancierte die JiMs Barkeeperausbildung als begehrtes "On-Top-Angebot". JiMs Bar ist im Kreis Pinneberg inzwischen ein Begriff und es wird auch in Zukunft nicht langweilig, denn das Angebot wird immer weiter entwickelt. Peer Ideen sind willkommen, sorgen für frischen Wind und stete Zielgruppennähe.

Wenn man ein Projekt so umfassend und professionell aufstellt und gewerbliche Strategien mit Grundsätzen der Alkoholprävention verbindet, ist die Zusammenarbeit verschiedener Partner ein Muss. Für die Ausbildung von JiMs Barkeepern konnte der Kreisjugendring Pinneberg e.V. (KJR) gewonnen werden. Der KJR ist die Arbeitsgemeinschaft der Kreisverbände im Kreis Pinneberg und ist vor allem im Bildungsbereich Ehrenamtlicher der Kinder- und Jugendarbeit tätig. Als Referierende für die JiMs Barkeeper-Ausbildung sind Profis von der Deutschen Barkeeper-Union (DBU) sowie Fachpersonen aus der Systemgastronomie und Suchtprävention mit von der Partie. Für die Umsetzung des Projektes JiMs Bar im Kreis Pinneberg – zur Zeit schwerpunktmäßig im ländlichen Raum – konnte schon früh die gemeinnützige Gesellschaft für Jugend- und Suchthilfe mbH (gGJS) gewonnen werden. Für die Aufgabenfelder Ausleihe, Service, Akquise, Technik ist das multiprofessionelle JiMs-Bar-Team, bestehend aus drei Teilzeitkräften aus Handwerk, Administration, Pädagogik, verantwortlich.

JiMs Bar geht neue Wege, indem Freizeit-, Feier- und Imagewünsche Jugendlicher konsequent aufgegriffen werden. Bewährtes wurde gekonnt modernisiert. Kurzgefasst kann es heißen: Von der Abstinenz-Saftbar zur alkoholfreien Erlebnisgastronomie!

Nachgefragt

Eine " Saftbar " in der Alkoholprävention – das ist schnell erklärt. Aber wie vermittelt man das Besondere an JiMs Bar? Hier lassen die Akteure von JiMs Bar nicht nach und informieren immer wieder über das Innovative in ihrem Konzept. Und sie werden, nicht erst seit der Ehrung in Berlin, auch immer häufiger danach gefragt. Denn inzwischen wird das Projekt landesweit übertragen und zwei weitere Bundesländer haben ebenfalls hohes Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert. Dem Projekt ist es gelungen, in eine offensive visuelle Konkurrenz zu Anbietern aus kommerziellen Settings zu treten. So ist Alkoholprävention attraktiv, verfügt über eine hippe, moderne "Außenansicht" und verfügt zugleich inhaltliche Tiefe. Diese Mischung ist ähnlich spannend, wie die ihrer alkoholfreien Cocktails. Und so hat man im Kreis Pinneberg auch keine Mühe, immer wieder neue Peers zu gewinnen, die sich von dem Spaß, dem trendigen Erscheinungsbild und den spannenden Themen von JiMs Bar angezogen fühlen. Dieser Erfolg nach innen und außen gibt dem Projekt den notwendigen Rückenwind für nachhaltige Alkoholprävention.

Projektträger

Kreis Pinneberg -Jugendschutz-

Ansprechpersonen

Andrea Pinzek
Kreis Pinneberg
Ordnungsrechtlicher Jugendschutz
Kurt-Wagener-Straße 11
25337 Elmshorn
E-Mail: a.pinzek@kreis-pinneberg.de

Karl-Heinz Malorny
gemeinnützige Gesellschaft für Jugend- und Suchthilfe mbH
Rosenstraße 1
25355 Groß Offenseth-Aspern (Kreis Pinneberg)
E-Mail: karl-heinz.malorny@gmx.de oder info@jims-bar.de


Porträt: JiMs Bar – die alkoholfreie Cocktailbar

PDF-Dokument, 3 Seiten

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Die 5 Phasen des Wettbewerbs

  1. Projekte einreichen
    15.05.2012 bis 24.08.2012
  2. Bewertung durch die Jury25.08.2012 bis 10.12.2012
  3. Bekanntgabe der Nominiertenab 11.12.2012
  4. Preisverleihung20.02.2013
  5. DokumentationEnde Februar 2013