Verband der Privaten Krankenversicherung

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Low Alc Max FunLow Alc Max Fun


Mehr Party – Weniger Promille

So ganz kann man es bei der Sportgemeinde Niederwangen noch gar nicht fassen. Es ist für viele Akteure des ehrenamtlichen Alkoholpräventionsprojektes nahezu unwahrscheinlich, was sich innerhalb von zwei Jahren und vor allem mit welcher Dynamik entwickelt hat. Und so fing alles an: Ab 2009 verzichtete die Vereinsjugend der Sportgemeinde Niederwangen bei ihren Festen auf Ausschank von hartem Alkohol. Im selben Jahr präsentierte sich die Sportgemeinde bereits beim nächsten Fest mit ihrem „Anti-Alk-Stand“ und war dann erstmals mit eigener mobilen Cocktailbar vor Ort. Es folgten Preise, wie der Sportjugendpreis des Landkreises Ravensburg und der „Toto-Lotto-Jugendpreis“ der Region Donau/Oberschwaben für gelebte Prävention im sportlichen Jugendmilieu. Dies löste Freude und Bestätigung aus. Aber richtig stolz machte die Sportgemeinde die Tatsache, dass es die Jugendlichen selber waren, von denen das Engagement getragen wurde und die das Projekt richtig in Fahrt brachten. Als die Idee einer mobilen Cocktailbar und ihrer flankierenden Aktionen geboren war, entstand natürlich zunächst die bange Frage, wie das Vorhaben auch finanziell zu schultern ist. Bei örtlichen Firmen, Behörden und der Bürgerstiftung Ravensburg fand man schneller Gehör als gedacht. Zwei Drittel der Finanzierung wurden so gesichert, das restliche Drittel wurde privat aufgebracht und dann war klar: „Wir schaffen es!“ Kurz darauf wurde der „Low Alc Max Fun e.V.“ gegründet. Neben der Schaffung rechtlicher Grundlagen wurde damit ein Slogan kreiert, der nicht gegen Alkoholkonsum an sich, sondern für eine Freizeit- und Sportkultur mit weniger Alkohol und mehr Spaß eintritt. Der orangefarbene Hänger wird zum Wahrzeichen eines Projektes, das schnell an Zuspruch und Umfang gewinnt. Die von Jugendlichen gestaltete Webseite www.low-alc.de folgt. Erlebnispädagogische Aktionen, wie Nachtskifahren, Rodelpartys im Winter, Radfahrten, Hüttenaufenthalte im Sommer, machen eindrucksvoll erlebbar, dass Low Alc mehr bietet als nur die Botschaft, weniger Alkohol zu trinken.

Nur ein gewaltfreies Fest ist ein gutes Fest!

Diskussionsrunden mit Jugendlichen und ihren Bezugspersonen der Sportgemeinde Niederwangen, die Aufarbeitung des Themas mit lustigen und zugleich nachdenklichen Cartoons, Informationsangebote von professionellen Anbietern zu Alkohol, Selbsttests mit Rauschbrillen führen dazu, dass Jugendliche und ihre Bezugspersonen endlich über Alkohol, seine Wirkungen, Folgen und Alternativen sprechen. Dies war überfällig. Obwohl Alkohol, Rauscherfahrungen, Gruppendruck, Alternativlosigkeit, Überforderung der Jugendlichen und ihrer Eltern auf der Hand liegen, befand sich eine offene Auseinandersetzung darüber lange in der Tabuzone. Das Projekt fokussiert deshalb auf Jugendliche, die verantwortungsvoll mit Alkohol umgehen und stärkt sie in dieser reflektierten Haltung. Alkoholfreie Cocktails oder Getränke wie die beliebte Gletschercola in coolen Locations kalt getrunken zeigen, dass Partylaune ohne massiven Alkoholgenuss noch besser möglich ist. Immer mehr Festveranstalter
lassen sich überzeugen, dass exzessiver Alkoholkonsum zu Konflikten bei Gästen, Service- und Sicherheitspersonal führt und dass sie von den Botschaften und Wirkungen der Alkoholprävention profitieren können. Nur ein gewaltfreies Fest ist ein gutes Fest. In wiederholt geführten Gesprächen kann inzwischen anhand von zahlreichen Beispielen dokumentiert werden, dass auf Hartspritbars verzichtet werden kann. Der gute Ruf eines Festes entsteht eben auch durch das zurückhaltende Trinkverhalten der Gäste. Alle werden bei dem „Klimawandel“ hin zu einer alkoholreduzierten Feier-, Freizeit- und Sportkultur aktiv einbezogen. Eltern, Bezugspersonen, Vereinsvertreter und Festveranstalter werden hinsichtlich ihrer Vorbildfunktion sensibilisiert und gestärkt. Dies macht auch die Mitarbeit in Gremien notwendig, in denen es direkt oder indirekt um Alkoholprävention geht. Hier gilt es dafür zu werben, auch bei traditionellen Festen und Sportevents nach Alternativen zum unreflektierten Alkoholkonsum zu fragen, Neues auszuprobieren, Angebote weiter zu entwickeln und positive Erfahrungen aus anderen Projekten in die eigenen einzubeziehen. Dies wertet zugleich das Angebotsportfolio und Image von Sport- und Jugendvereinen, von Festen und Sportanlässen auf. Auch die soziale Kompetenz von Vereinsverantwortlichen und Teammitgliedern wird dadurch gestärkt, was die Attraktivität von ihren Regelangeboten erhöht. Der 21jährige Jugendleiter und Organisationsverantwortliche der Sportgemeinde Niederwangen repräsentiert beispielhaft, wie diese Organisationsentwicklung sowohl Einzelne als auch die Gruppe fördert.

Günstiges Klima für Alkoholprävention schaffen!

Für den Low Alc Max Fun Verein gilt immer die gleichbleibende Botschaft, dass jeder sehr wohl selber entscheiden kann, was er tut oder lässt. Ob und wie man Alkohol konsumiert, soziale Verantwortung übernimmt, Feste und Sportevents gestaltet, wie der Morgen danach ist, wie es einem persönlich und der Gemeinschaft geht, liegt in der Entscheidungsgewalt jedes einzelnen. Diese Botschaft lässt sich nicht über moralische Appelle vermitteln. Wobei die Einhaltung des Jugendschutzes und eindeutige Regeln wichtig sind, es aber auch darum geht Eigeninitiative und Auseinandersetzungsbereitschaft von Jugendlichen zu aktivieren. Deshalb wird großer Wert darauf gelegt, dass sich die Jugendlichen selber organisieren. Sei es bei der Entwicklung und Platzierung von Botschaften, beim Helfereinsatz der vielen Aktivitäten von Low Alc Aktionen, den Cocktail-Rezepten und Ausschank sowie der Gestaltung alkoholfreier Aktionen. Die Jugendlichen berichten von aktuellen Trends und stimmen ihre Planungen darauf ab. Sie entwickeln und befüllen die Homepage selbst, betreiben Werbung in eigener Sache sowohl in den Schulen als auch in Sozialen Netzwerken. Die Erwachsenen unterstützen im Hintergrund, bei der Netzwerkarbeit, bei Sponsorensuche und im Marketingbereich. Sie schaffen politischen Rückenwind und engagieren sich gemeinsam mit den Jugendlichen für ein gesellschaftliches Klima in der Region, das Alkoholexzesse ausschließt. Natürlich ist es mitunter strapaziös, dies alles ehrenamtlich zu leisten. Doch Sucht geht alle an und das Gemeinwohl profitiert von mehr Spaß mit weniger Alkohol. Der Verein hat auch in Zukunft noch viel vor. Aktuell haben die Vereinsmitglieder ein eigenes Booklet erarbeitet, in dem Fakten und Daten zum Alkoholkonsum über eigene Cartoons transportiert werden. Im Rahmen von Workshops in Sportvereinen sind ein Sport treibender Notarzt sowie ein Verkehrspolizeibeamter beteiligt. Die Schilderungen der schicksalhaften Folgen von riskantem und missbräuchlichem Alkoholkonsum beeindrucken die Jugendlichen.

Sport, Spaß und Sponsoren

Durch die auf Netzwerkarbeit ausgerichtete Arbeit von Low Alc werden Kontakte auf verschiedenen Ebenen geknüpft. Mit dabei sind der Kreisjugendring Ravensburg als Dachorganisation von derzeit 32 Mitgliedsverbänden, in denen insgesamt mehr als 60.000 Kinder- und Jugendliche vielfältige Angebote wahrnehmen. Auch die Medien stehen auf Seiten des Projektes. Die Schwäbische Zeitung und Radio 7 planen mit dem Verein gemeinsame Aktionen bzw. Reportagen. Das Landratsamt Ravensburg ist vertraglicher Kooperationspartner, es besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring und Sportkreis Ravensburg, eine Mitarbeit im Arbeitskreis Sucht des Landkreises. Die Bürgerstiftung des Landkreises Ravensburg und zahlreiche regionale Firmen und Institutionen fördern den Verein finanziell. Von der Polizeidirektion Ravensburg ist der Vereinsvorsitzende zugleich Polizeibeamter und in polizeilichen und kommunalen Arbeitskreisen tätig. Sport, Spaß und Gemeinschaftserleben gehören zusammen. Alkoholkonsum gehört in diese Triade nicht zwingend hinein. Dies konnte Low Alc Max Fun e.V. mehr als beweisen!

Nachgefragt

Was sich aus dem anfangs kleinen Projekt inzwischen entwickelt hat, das hätten die Akteure des Vereins Low Alc Max Fun e.V. zu Beginn selber nie geglaubt. Nur wenige Wochen nach der Preisverleihung in Berlin wurde das Projekt erneut mit dem 2. Platz beim Toto Lotto Award für die Region Donau – Oberschwaben ausgezeichnet und ist so nur kurze Zeit später schon wieder zu einer Preisverleihung aufgebrochen. So viel Zuspruch und Anerkennung spornt die Vereinsmitglieder und ihre Multiplikatoren natürlich an. Zugleich lassen sie sich bei aller Freude über das Erreichte nicht davon abhalten, den Blick weiterhin auf das zu richten, was noch zu tun ist. Und angesichts eines hohen Beratungs- und Unterstützungsbedarfes an einer Feierkultur mit maßvollem Alkoholkonsum haben sie nach wie vor alle Hände voll zu tun. So steht das neue Event des Vereins Ende Juni auch schon vor der Tür. Bei "Run & Party" stehen diverse Laufteams unterschiedlicher Kategorien am Start und läuten zugleich eine lange Sommer-Partynacht ohne Alkohol, aber dafür mit Wettlaufen, Spannung und Gewinnen, viel Partyspaß und einem gut gelaunten DJ ein. Der Verein lässt nicht locker, um mit weiter entwickeltem mobilen Cocktailbar-Konzept und hoffentlich vielen neuen Sponsoren den Vereinen und ihren Ehrenamtlichen das Feiern ohne Alkohol im sprichwörtlichen Sinne noch schmackhafter zu machen.

Projektträger

Sportgemeinde Niederwangen; - Low Alc Max Fun e.V.

Ansprechperson

Michael Höß
Erster Vorsitzender Low Alc Max Fun e.V.
Am Kapellenberg 10
88239 Wangen/Allgäu
E-Mail: fam-hoess@t-online.de


Porträt: Low Alc Max Fun, Mehr Party-Weniger Promille – Sportgemeinde Niederwangen

PDF-Dokument, 3 Seiten

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Die 5 Phasen des Wettbewerbs

  1. Projekte einreichen
    15.05.2012 bis 24.08.2012
  2. Bewertung durch die Jury25.08.2012 bis 10.12.2012
  3. Bekanntgabe der Nominiertenab 11.12.2012
  4. Preisverleihung20.02.2013
  5. DokumentationEnde Februar 2013