Verband der Privaten Krankenversicherung

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Standfest.Standfest.


Dein Wille gegen Promille.Dein Wille gegen Promille.


Wie erreicht man hochriskant konsumierende Jugendliche, die ihr Trinkverhalten nicht als problematisch wahrnehmen? Wie erreicht man sie, bevor sie mit Alkoholvergiftungen in Kliniken eingeliefert werden? Wie spricht man mit Jugendlichen in typischen Gefährdungssituationen, wenn die Orte des Geschehens Gespräche kaum zulassen, weil die Musik zu laut ist oder die Betreiber von Events, Clubs oder Discos dies nicht akzeptieren? Wie klärt man über Gefahren und Folgen riskanten Alkoholkonsums auf, wenn kein Problembewusstsein besteht? Wer fühlt sich für diese Hochrisikogruppe zuständig?

Genau diese Fragen, die dringend zu stellen sind, führten zum Projekt „Standfest. Dein Wille gegen Promille“ mit seinen ganz besonderen Angeboten (www.sei-standfest.de).

So sollten Peers, die die Jugendlichen aufsuchen, selber über Alkoholerfahrungen verfügen, um deren Konsummotive, Konflikte, Vorteile und Vorurteile realistisch einschätzen zu können. Alkoholkonsum wird nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Die aufklärenden, informierenden Peers tauchen zwanglos mit in die Feier- und Partykultur ein und sind Teil von ihr. Mit Quizfragen, humorvollen Give-aways und ansprechender Kleidung kommen sie auf Augenhöhe mit jugendlichen Nachtschwärmern in Kontakt, stellen provokante und spielerische Einstiegsfragen, regen unverkrampft zum Nachdenken an und informieren über Wirkungen und Folgen übermäßigen Alkoholkonsums. Diese Ziele wiederum sind in der Alkoholprävention bewährt und daran wird auch festgehalten. Doch Ansprache und Zugänge wurden modernisiert.

Freundliche Peers mit Witz und Humor!

Bei den Aktionseinsatzorten unterscheidet der Projektträger informelle von formellen Orten. Problematischer Alkoholkonsum findet nicht nur an den dafür prädestinierten Orten und Partys statt. Auch auf Einkaufsstraßen, vor Shoppingzentren, an Haltestellen, im Umfeld von Badeseen, in öffentlichen Anlagen verbringen Jugendliche Zeit miteinander und trinken auch dort riskant. Formelle Orte sind organisierte Veranstaltungen, Events, Jugendpartys, wo der Umsatz von alkoholischen Getränken eine wichtige Einnahmequelle darstellt. „Standfest. Dein Wille gegen Promille“ geht an beide Aktionseinsatzorte. Die intensiv geschulten Peers sprechen die Jugendlichen freundlich und zugewandt an. Für diese Form der Ansprache und eines gelungenen Gesprächseinstiegs bringen die Peers selber ihre persönlichen Ideen und Erfahrungen ein. Die werden in Schulungen erprobt, von Fachkräften und untereinander reflektiert und professionalisiert. So verhalten sich die jungen Frauen und Männer bei ihren Einsätzen handlungssicher, locker, informativ, motivierend, freundlich, humorvoll und jugendlich „cool“. Einzelpersonen und Jugendgruppen werden am jeweiligen Aktionsort angesprochen, ob sie Lust haben sich an einem Alkohol-Quiz zu beteiligen, ihr Wissen zum Thema Alkohol zu checken oder ihr Verhalten mit einer Rausch-Brille zu testen. Bei Unentschlossenheit führen Gewinnaussichten oder der zu erwartende Spaß dazu, dass Jugendliche sich auf die Situation einlassen. Gleichzeitig gibt es auch über das Internet Kontaktmöglichkeiten. Auch anonyme Kontaktaufnahmen sind darüber möglich, wenn nachgehende Fragen entstehen oder Beratungsbedarf von Jugendlichen erkannt wird.

Jung, gut gelaunt und nah an den Zielgruppen!

Der Projektträger nutzt das Prinzip der Geh-Struktur, weil die Hemmschwelle Jugendlicher, eine Beratungsstelle aufzusuchen, in der Regel hoch ist und kaum Bewusstsein für problematischen Alkoholkonsum besteht. Die auf die Weise angesprochenen jugendlichen Risikokonsumenten waren mit herkömmlichen Suchtvorbeugungsangeboten in Düsseldorf bislang nicht gut zu erreichen.

„Standfest“ ermöglicht nun einen direkten Zugang zur Zielgruppe und zwar bei ihren bevorzugten Freizeit- und Konsumorten. Außerdem beraten die Peers fortlaufend, welche informellen und formellen Orte derzeit angesagt sind, wo sie oder ihre Freunde feiern und schlagen diese für Aktionen vor.

Es versteht sich von selber, dass ein Projekt, das primär- und sekundärpräventive Ansätze vereint, Versorgungslücken schließt, Jugendliche an informellen und formellen Orten aufsucht, und gezielt an Beratungsstellen verweist, nur im engen Schulterschluss von multiprofessionellen Partnern und Institutionen gestemmt werden kann. Aus diesem Grund ist das Projektpartnernetzwerk eng geknüpft und führt unterschiedliche Kompetenzen zueinander. Zu den Partnern der Diakonie gehören die Stadt Düsseldorf, städtische Jugendfreizeiteinrichtungen, Sportveranstalter wie etwa das Olympic Adventure Camp, Schulsozialarbeitende von weiterführenden Schulen, das Ordnungsamt der Stadt, Polizei, Bädergesellschaft für Seen, Vereine des Sommer- und Winterbrauchtums, Einzelhandels- und Dienstleistungsbetriebe, private Jugendparty-Veranstalter, freie Träger wie die Caritas Düsseldorf-Kooperation mit dem HaLT Standfest-Projekt als proaktiven Baustein und diverse Veranstaltungsagenturen. Diese Projektpartner sind unverzichtbar, denn sie ermöglichen dem Projekt einen direkten Zugang zu ihren Zielgruppen. Auch einige kommerzielle Partner wirken inzwischen aktiv mit, beraten den Projektträger zu erfolgversprechenden Einsatzorten und stehen dem Projekt mit Offenheit und Akzeptanz gegenüber. Denn sie stellen fest, dass auch sie davon profitieren.

Neues wagen, mehr erreichen!

Der Projektträger wertet die Ergebnisse selber aus und hat auch eine wissenschaftliche Evaluation beauftragt. Die Kontakthäufigkeit wird über diskrete Handzähler dokumentiert. Und die Kurve der Kontakthäufigkeit stieg im Projekt schnell an. Lagen die Kontaktzahlen im ersten Jahr noch bei 670, erhöhten sie sich schon ein Jahr später auf 3.260 Kontakte. Mit dem Peer-To-Peer-Projekt erreicht der Träger mehr Jugendliche als mit seinen traditionellen suchtvorbeugenden Aktivitäten in Schule und
Ausbildung.

Deutlich wird der Erfolg des Projekts auch durch die erwähnte Evaluation der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen von 2012, die dem Projekt bescheinigt: „Die wichtigen Ziele, Jugendliche über Alkohol aufzuklären und zu einem mäßigen Alkoholkonsums zu motivieren, werden anhand der erhobenen Daten erfüllt. Knapp drei Viertel der Befragten berichten über einen Wissenszuwachs durch die Standfest-Aktion. Über ein Drittel der Befragten gibt an, den Alkoholkonsum künftig reduzieren zu wollen. Die Motivation zur Verhaltensänderung beruht vor allem auf dem Wissenszuwachs und auf einer besseren Einschätzung der Alkoholwirkung“. Das Projekt stellt damit eindrucksvoll unter Beweis, dass sich die Wirkungen von Alkoholprävention in modernen Formaten gut entfalten können und so passgenau und zeitgemäß neuen Anforderungen gerecht werden.

Nachgefragt

Es gibt viele Fragen zum Alkohol, besonders wenn man damit noch nicht viele Erfahrungen gesammelt hat und sich als Jugendlicher mit Risiko- und Abenteuerlust ins nächtliche Partyleben begibt. Oft zeigen die Folgen hohe Nachteile für Jugendliche. Deshalb stellen die Peers und Mitarbeitenden von "Standfest. Dein Wille gegen Promille" immer wieder fest, dass Jugendliche gern ihre Fragen stellen und nach Antworten suchen. Das Engagement des Projektträgers zum verantwortungsvollen und bewussten Alkoholkonsum geht also unvermindert weiter. Neu hinzukommen soll eine App, die diese wichtigen "Face to Face Kontakte" online flankiert. So spielerisch und charmant wie die Ansprache durch die Peers in sogenannten "Hot Spots" in der Stadt Düsseldorf soll künftig auch die App unverkrampft die Auseinandersetzung über Alkohol und seine nachteiligen bis verheerenden Folgen unterstützen. Die praktischen Einblicke an Orte, wo Peers ihre Freizeit verbringen, die gute Kooperation des Projektträgers mit Partnern aus den Notfallambulanzen geben schon jetzt die Garantie, dass die App auf Fragen Auskunft gibt, die jugendliche Partybesuchende tatsächlich bewegen.

Projektträger

Diakonie Düsseldorf

Ansprechpersonen

Christina Botscher
Projektkoordination Projekt Standfest
Diakonie Düsseldorf
Suchtberatungs- und Therapiezentrum
Fachambulanz und Tagesklinik
Langerstraße 2
40233 Düsseldorf
E-Mail: christina.botscher@diakonie-duesseldorf.de


Porträt: Standfest. Dein Wille gegen Promille – Diakonie Düsseldorf

PDF-Dokument, 3 Seiten

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Die 5 Phasen des Wettbewerbs

  1. Projekte einreichen
    15.05.2012 bis 24.08.2012
  2. Bewertung durch die Jury25.08.2012 bis 10.12.2012
  3. Bekanntgabe der Nominiertenab 11.12.2012
  4. Preisverleihung20.02.2013
  5. DokumentationEnde Februar 2013