Verband der Privaten Krankenversicherung

Verband der Privaten Krankenversicherung

Diese Website ist ein Service der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung



Webgeflüster-RadiosendungWebgeflüster-Radiosendung


„King-FM“„King-FM“


Jugendliche mit Bildungsdefiziten, aus schwierigen sozialen Verhältnissen, mit psychischen und seelischen Belastungen und oftmals riskantem Alkoholkonsum nehmen bis zum Schluss freiwillig und engagiert an einem Projekt zur Alkohol- und Gewaltprävention teil. Sie setzen sich aktiv mit Folgen übermäßigen Alkoholkonsums auseinander, sie sprechen mit einem Jugendrichter, einem ehemals Alkoholabhängigen und sie besuchen eine Justizvollzugsanstalt. Wie ist das möglich?

Indem sie konsequent eine neue Perspektive einnehmen können, die es ihnen erlaubt, sich frei und selbstbestimmt diesen Fragen zu nähern. Als Radioreporterinnen und Radioreporter sind sie journalistisch im wahrsten Sinne des Wortes unterwegs. Für ihre Radiosendung „King FM“ recherchieren und berichten sie zu Folgen von Alkohol und Gewalt.

Das Projekt „Webgeflüster“ des CJD Karlsruhe ist eines von insgesamt 26 für das Förderprogramm „Prävention alkoholbedingter Jugendgewalt“ (PAJ) ausgewählten Projekten, das unter der Leitung des Innenministeriums Baden-Württemberg durchgeführt wird. Das Programm PAJ wird von der Baden-Württemberg-Stiftung mit 1 Million Euro gefördert. Das CJD Karlsruhe ist eine Einrichtung im Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands e.V. (CJD). Grundlage der Arbeit ist das christliche Menschenbild mit der Vision “Keiner darf verloren gehen!“

Chancen geben, Wissen aufbauen, Eigenes schaffen

Der Ansatz von umfassender Alkohol- und Gewaltprävention des CJD Karlsruhe geht weit und umfasst verschiedene Ebenen der Prävention. Jugendliche erfahren viel über gesundheitliche, soziale, psychische und rechtliche Folgen von Alkoholmissbrauch und/oder Gewalt. Hier mangelt es vielen Jugendlichen an Problembewusstsein und die Wissenslücken sind groß. Genauso wichtig wie gezielter Wissensaufbau ist es dem Projektträger aber auch, die Lebenskompetenzen der Jugendlichen zu stärken. Es ist essentiell, ihnen ihre Stärken bewusst zu machen und konkrete, erlebbare Perspektiven aufzuzeigen. Sie erfahren, dass sie etwas anzubieten haben, dass ihre Stimme Gehör findet, dass sie selber entscheiden können, was sie tun oder lassen und somit Einfluss auf ihr Leben haben.

Die Aufklärung über Alkohol und Gewalt einerseits sowie eine umfassende Lebenskompetenzförderung andererseits werden bei einer als schwer erreichbar geltenden Zielgruppe durchgehend miteinander verknüpft. Als junge Medienschaffende werden sie zu Expertinnen und Experten in Sachen Alkohol- und Gewaltprävention, sie lernen Radio- und Medientechnik kennen. Die pädagogischen Fachkräfte beraten, stellen Rahmenbedingungen her, informieren, koordinieren und stehen zur Verfügung, um das Erlebte zu reflektieren und aufzuarbeiten. Die zentralen Akteure sind aber die Jugendlichen selber. Sie erhalten beim CJD Karlsruhe Gelegenheit, kritische Lebensfragen, die sie unmittelbar berühren, aufzuarbeiten. Dabei werden sie dort abgeholt, wo sie stark sind. Jugendliche verfügen in der Regel über hohes Interesse und Fähigkeiten in Medientechnik. Neben dem für viele Jugendliche spannendem „Radio machen“, bietet eine Homepage zum Projekt auch den Zurückhaltenden unter ihnen die Möglichkeit, sich technisch oder gestalterisch einzubringen.

Alkokolprävention, die viel bewegt!

Das CJD Karlsruhe nutzt die Freude an Medientechnik, an populären Jugendformaten im Radio und den jugendgemäßen Wunsch, sich in Szene zu setzen. „By the way“ lernen die Jugendlichen einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol, eine realistische Einschätzung ihres eigenen Trinkverhaltens, sie profitieren von Wissen zu physischen, psychischen, sozialen, straf-, zivil- und verkehrsrechtlichen Folgen bei erhöhtem Alkoholkonsum und/oder Gewaltbereitschaft. Sie erfahren, wo sie Hilfen bekommen, lernen, wie sie sich in Gruppen abgrenzen können, wenn sie Alkoholisches oder Gewalt ablehnen. Hier helfen ihnen auch das „Coolness-Training“ und das Teamtraining, welche ebenfalls Bestandteile des Projektes sind.

Das Projekt ist in die Bildungsarbeit des Trägers eingebettet und auch offen für Jugendliche der Netzwerkpartner des Projektes. Die teilnehmenden Jugendlichen befinden sich bereits in Ausbildung oder im Berufsfindungsprozess. Der Träger arbeitet vorwiegend im Bereich der beruflichen Bildung und verfügt hier über jahrzehntelange Erfahrung mit bildungsbenachteiligten Jugendlichen. Die Absolventinnen und Absolventen konnten freiwillig und zusätzlich zur berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme, einer kooperativen Ausbildung o.Ä. an dem Projekt teilnehmen. Erstaunlich viele machten davon Gebrauch und nahmen bis zum Schluss teil, der nächste Kurs startete im November 2012. Die Fachkräfte, die bei den Jugendlichen hohes Vertrauen genießen, nutzen das Projekt zugleich, um die Ausbildungsfähigkeit zu unterstützen.

Skills live und authentisch aufbauen

Mit Radio- und Medientechnik umgehen, Reportagentexte und Interviewfragen vorbereiten, den Schneid haben, in neue Gesprächssituationen hineinzugehen oder vor Gruppen zu sprechen, dies alles verlangt Jugendlichen einiges ab. Es gilt Hürden zu überwinden, Barrieren aufzulösen, Neues zu lernen, Misserfolge zu verkraften und weiterzumachen. Diese Skills sind eine wichtige präventive Ressource und können nur live erprobt und entwickelt werden. Eigene Radiosendungen bieten hierfür einen hervorragenden Rahmen. Mühen und Anstrengungen bei der Herstellung einer 60 Minuten Sendung werden belohnt, wenn man sich nach getaner Arbeit selber im Radio hört oder Bilder auf der Homepage erscheinen, die selber erstellt oder hochgeladen wurden.

Das Projekt vereint Ansätze der Primär- und Sekundärprävention, der Verhaltens- und Verhältnisprävention. Schwer erreichbare Zielgruppen, die es nicht einfach haben, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, nehmen eine aktive Rolle ein und werden so sogar zu Mittlern in Sachen Alkohol- und Gewaltprävention in ihrer eigenen Altersgruppe, in der Familie und bei ihren Freunden. Das ist auch außerhalb des Coolness-Trainings cool und bietet für benachteiligte Jugendliche eine Vielzahl von Chancen. Damit wird der Bildungsträger, der sich selber „die Chancengeber“ nennt, seinem selbst gegebenem Auftrag in jeder Hinsicht gerecht.

Nachgefragt

Berufsbildung für Jugendliche und Alkoholprävention - das drängt sich geradezu auf; ist aber nicht selbstverständlich. Der Projektträger in Karlsruhe setzt jetzt auch Bewerbungstrainings über Radiotechnik um und staunt oft selber noch, welche Fähigkeiten Jugendliche im Umgang mit dieser Technik und diesem Genre entwickeln. Das Thema Alkoholprävention berührt den Alltag der Jugendlichen, und die Interviewtechniken, die Beherrschung der Technik- all das kommt auch ihrer beruflichen Profilierung zugute. Das Juryvotum und die Ehrung in Berlin haben fachlich bekräftigt, was man im CJD Karlsruhe (Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands e.V.) mit Erfolg praktiziert: Im Rahmen von Alkoholprävention "by the way" auch Skills fürs Berufsleben aufbauen und in der Berufsbildung eine verantwortungsvolle Haltung zu Alkohol aufbauen.

Projektträger

CJD Karlsruhe

Ansprechpersonen

Nadine King
Dipl.-Sozialpädagogin, Projektverantwortliche
CJD Karlsruhe
Griesbachstraße 12
76185 Karlsruhe
E-Mail: nadine.king@cjd.de


Porträt: Webgeflüster, Radiosendung King FM – Christliches Jugenddorf

PDF-Dokument, 3 Seiten

Download PDF (1,6 MB)


Weiterführende Inhalte

Suche

Die 5 Phasen des Wettbewerbs

  1. Projekte einreichen
    15.05.2012 bis 24.08.2012
  2. Bewertung durch die Jury25.08.2012 bis 10.12.2012
  3. Bekanntgabe der Nominiertenab 11.12.2012
  4. Preisverleihung20.02.2013
  5. DokumentationEnde Februar 2013