Verband der Privaten Krankenversicherung

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Geehrt, gelobt und gradlinig weiter – Erfahrungen, Hinweise und Tipps von den Nominierten und Prämierten des Bundeswettbewerbs Alkoholprävention

Ehrung und Anerkennung stärken Projekte
In der Alkohol- und Suchtprävention ist es keineswegs selbstverständlich, zwischendurch innezuhalten, um sich selber und untereinander für Innovationsfreude und erzielte Ergebnisse auf die Schulter zu klopfen. Beim Bundeswettbewerb Alkoholprävention war das anders. In der stimmungsvollen Berliner Location „Kalkscheune“ wurde im Februar 2013 der rote Teppich für 14 Projektträger ausgerollt, die viel gewagt und viel erreicht hatten. Vierzehn Projekten wurden für ihre überdurchschnittlichen Leistungen in der Alkoholprävention für Jugendliche Urkunden und Preise überreicht. Das glanzvolle Ambiente ehrte aber nicht nur den persönlichen Einsatz; dies wäre den professionellen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden auch zu wenig gewesen. Es ehrte und anerkannte vor allem eine Art und Weise von Alkoholprävention, der es gelungen ist, sich innovativ, neu und attraktiv zu positionieren.

Viele gaben die Ehrung, Anerkennung und Motivation unmittelbar an die Basis weiter sobald sie aus Berlin zurückgekehrt waren. Sie nahmen Glückwünsche von der Landespolitik, Verbänden, Verwaltungen, von Bürgerinnen und Bürgern gern entgegen. Denn diese Anerkennung steigert das Image von Alkoholprävention auf allen Ebenen. Dass die Jury ihre Arbeit sehr ernst nahm und den Preisverleihungen ein anspruchsvolles Befragungsverfahren vorausging, hatte den Teilnehmenden viel abverlangt. Aber es diente auch der Reflexion ihres Handelns, man konnte auf das Erreichte stolz sein, denn die Fachlichkeit und Innovation musste unter Beweis gestellt werden. Deshalb nutzen viele der nominierten und prämierten Projektträger selbstbewusst und mit Erfolg diese Auszeichnung, um weitere Sponsoren, Partner und Engagierte zu gewinnen.

Alkoholprävention verlässt die Nische!
Schon bei der Preisverleihung und im anschließenden Fachaustausch stellte man fest, dass Alkoholprävention an Gesellschaftsfähigkeit gewonnen hat. Während man früher bei Festbetreibern häufig noch „Klinken putzen musste“, kann inzwischen die Nachfrage an Kooperation mit Akteuren aus der Alkoholprävention kaum noch bedient werden – so hoch ist die Nachfrage. Apps, die Gefahren eines übermäßigen Alkoholkonsums aufzeigen, erreichen hohe Downloadzahlen. Alkoholfreie Cocktailbars mit trendiger Musik und gut aufgestellten Peers schmücken Feste und sie stehen im Zentrum von Feierkultur und Partygeschehen. Diese Entwicklung hängt nach Einschätzung vieler Projektträger sicher mit einem offeneren Klima für kritische Fragen zum Umgang mit Alkohol zusammen. Eine wichtige Rolle spielt aber vor allem, dass die Akteure aus der Alkoholprävention neue Wege gehen, um ihre Zielgruppen anzusprechen und für ihre Anliegen zu gewinnen.

Selbstbewusst, attraktiv, originell und mit Humor, flott und flippig, ernsthaft und seriös, gesprächsbereit und vor allem mit überzeugenden Alternativen zum Alkoholkonsum finden die Projekte immer mehr Zulauf und Akzeptanz, sogar in kommerziellem Umfeld. Auch die Berichterstattung räumt innovativen Projekten der Alkoholprävention viel Raum ein in mitunter prominente Sparten, Sendeplätze und Seiten in ihren Online-, TV- und Pressemagazinen. Doch wer die Nische verlässt, muss sich neuen Herausforderungen stellen. Viele der geehrten Projektträger waren bei der Nachbefragung im Mai noch etwas außer Atem, denn der Ansturm an Fragen, Interviews, Materialanforderungen, Erwartungen, Kooperationsangeboten war zum Teil gewaltig.

Quer durch Deutschland von Pinneberg, über Osnabrück, Herzberg, Düsseldorf, der Eifel und ihren Grenzregionen, bis nach Merseburg und in Landkreisen und Städten in Süddeutschland musste die Welle des Erfolges nach den Preisverleihungen erst einmal bewältigt werden. Nun geht man selbstbewusst, gestärkt, mit neuen und weitergehenden Kooperationen in die Festigung und Weiterentwicklung der Projekte. Im World Café nach der Preisverleihung stand auf den Flip Charts, dass es gelungen sei, Vorurteile gegen Alkoholprävention abzubauen und dass inzwischen aus „Feindbildern“ verlässliche Partner wurden. Bei aller Zuversicht und Freude über diese positive Entwicklung wurde in der Diskussion der Projektträger auch nachdenklich festgehalten, dass dabei immer die Fachlichkeit der Alkoholprävention gewahrt bleiben müsse. Eine eindeutige und entschiedene Haltung zum Jugendschutz sei nicht immer einfach durchzuhalten, letztendlich stärke sie aber die Position der Alkoholprävention innerhalb einer hedonistischen und genussvollen ausgerichteten Feier- und Freizeitkultur.

Der Blick nach vorne
Die Diskussion im World Café und telefonischen Nachbefragungen knüpfen an diesem konsequenten Jugendschutzgedanken an. Zum einen sollen Jugendliche durch offene und attraktive Beteiligungsformen eng einbezogen werden. Zum anderen will man noch intensiver dafür werben, dass sich alle Erwachsenen, die für Jugendliche Verantwortung tragen, ihrer Vorbildfunktion und Verantwortung bewusst sind. Deshalb sollen Sportvereine, Ausbildungsbetriebe, Ferienanbieter, Festveranstalter und Eltern über Jugendschutz informiert und darin bestärkt werden, Jugendlichen gegenüber eine eindeutige und unnachgiebige Haltung zu zeigen, wenn es um die Einhaltung von Jugendschutzbestimmungen geht. Elternbriefe, Checklisten und gute Beispiele sollen konkret zeigen, wie das geht.

Für den Einbezug von Jugendlichen ist die Themenpalette ebenfalls weit gespannt. Sie reicht von alternativem Rausch über echte Erlebnisse, über spannende Freizeitalternativen, jugendgerechte Mitwirkungsmöglichkeiten im privaten und öffentlichen Raum bis zu den Themen Gewalt, Körperwahrnehmung, Flirten, Partizipation um nur einige zu nennen. Die Auseinandersetzung soll authentisch sein, neue und zeitgemäße Methoden sollen die Jugendlichen motivieren und anregen.

Fazit
Die Projektträger sind sich einig: Es bringt sowohl die Alkoholprävention als auch die Projekte weiter, wenn man den Wettbewerb sucht, sich misst und bereit ist und die Erfolge, Impulse und Erprobtes untereinander zu teilen.

Die freiwillige Fachlichkeits- und Innovationsüberprüfung über den anspruchsvollen Teilnahmebogen und unter den kritischen Blicken einer interdisziplinären Jury macht eigene Stärken und Projektpotenziale bewusster. Deshalb besteht die einhellige Meinung, dass bereits Mitmachen ein Gewinn ist.


Weiterführende Inhalte

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Die 5 Phasen des Wettbewerbs

  1. Projekte einreichen
    15.05.2012 bis 24.08.2012
  2. Bewertung durch die Jury25.08.2012 bis 10.12.2012
  3. Bekanntgabe der Nominiertenab 11.12.2012
  4. Preisverleihung20.02.2013
  5. DokumentationEnde Februar 2013